Vergütung von Überstunden

Die Ver­gü­tung von Über­stun­den wird in vie­len Arbeits­ver­trä­gen gar nicht thematisiert.

1. Überstunden

Über­stun­den sind in vie­len Bran­chen aber üblich und wer­den als selbst­ver­ständ­lich ange­se­hen. In vie­len Arbeits­ver­trä­gen ist wird wenigs­tens ver­ein­bart, daß eine bestimm­te Anzahl von Über­stun­den mit dem regu­lä­ren Gehalt abge­gol­ten sein soll. Dann weiß der Arbeit­neh­mer von vorn­her­ein, womit er rech­nen muß.

2. Vergütung von Überstunden

Wenn dann in der Fol­ge stän­dig Über­stun­den anfal­len, stellt sich die Fra­ge, wie die­se ver­gü­tet wer­den müs­sen. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt hat mit Urteil vom 25.4.2013 — 6 AZR 800/11 ent­schie­den, daß der Arbeit­neh­mer nach­wei­sen muß, daß

  • er Über­stun­den geleis­tet hat und
  • der Arbeit­ge­ber die Über­stun­den ent­we­der ange­ord­net oder zumin­dest gebil­ligt oder gedul­det hat.

Bei­des muß der Arbeit­ge­ber also nach­weis­lich gewußt haben.

3. Beweisführung

Wenn ein Arbeit­neh­mer also merkt, daß Über­stun­den nicht aus­drück­lich ange­ord­net wor­den sind, aber stän­dig anfal­len, soll­te er schnell Klar­heit schaf­fen. Im Streit­fall hat er sonst für die Ver­gü­tung von Über­stun­den schlech­te Kar­ten. Es emp­fiehlt sich z.B. über die Über­stun­den Buch zu füh­ren und die­se Lis­te immer wie­der ein­mal dem Arbeit­ge­ber mit der Fra­ge zukom­men zu las­sen, ob mit einem der­ar­ti­gen Arbeits­an­fall auch wei­ter­hin zu rech­nen ist.